Realitycheck - Zeit für ein Zwischenfazit meiner Life-Balance

17. September 2020 von Mara Sharma

Keine Angst, das ist kein weiterer Ratgeber darüber, welche Routinen super im Mobile Office / Home Office funktionieren und warum man eine Hose tragen sollte. 

Frei nach Karl Lagerfeld: „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“ (Really, Karl?)

Dieser Artikel richtet vielmehr einen Blick darauf, was diese Zeit abseits des „Homeoffice-Dresscodes“, der zwanghaften Selbstoptimierung in den eigenen vier Wänden und dem besten Bananenbrotrezept (oh-wunderbar.de/rezept-banana-bread-saftig) gezeigt hat und vor allem auch, was VUCA damit zu tun hat.

 

Neue-Wege-in der Krise

 

VUCA - die vermeintlichen Merkmale der modernen Welt

VUCA wurde ursprünglich vom Amerikanischen Militär nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang 1990 entwickelt und beschrieb die Rahmenbedingungen einer neuen Weltordnung.

Es ist inzwischen zu einem Akronym geworden und wurde in den letzten Jahren vor allem dafür verwendet, die Digitalisierung und den damit einhergehenden Wandel zu beschreiben. Doch heute, in Zeiten von Corona, erscheint dieser Begriff eine völlig neue Relevanz zu bekommen. (sh. auch vuca-welt.de, Stand 08.2020).

 

Volatility

Volatilität oder auch Flüchtigkeit: Eine Welt, die sich ständig ändert. Ereignisse geschehen völlig unerwartet und auch der Zusammenhang von Ursache und Wirkung wird immer schwieriger nachzuvollziehen.

Ursache und Wirkung verstehen zu können, das gibt uns Sicherheit. Aber genau das fehlt uns gerade – Erklärungen, die uns Ursache und Wirkung wirklich plausibel darstellen können. Dennoch suchen wir danach und klammern uns vielleicht auch an jede noch so kleine Theorie, die uns für den Moment plausibel erscheint. Die Volatilität hat uns voll erwischt - von heute auf Morgen, da war diese (Arbeits)welt, wie wir sie kannten, plötzlich eine ganz andere.

Manager:innen und ihre Mitarbeiter:innen haben im Eiltempo die Büros gegen das heimische Arbeits- oder Wohnzimmer getauscht und sich somit in eine neue Arbeitswelt katapultiert.

So fand das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation bei einer Befragung von 1600 Beschäftigten heraus, dass bereits Ende März 43 Prozent der Befragten in Deutschland zumindest ab und zu im Home-Office arbeiteten (vorher 35 Prozent) und die Zufriedenheit darüber ist sehr groß. (Quelle: sueddeutsche.de, Stand 08.2020)

Uncertainty

Unsicherheit: Wie oben schon erwähnt, nimmt die Vorhersehbarkeit und Planbarkeit von Ereignissen drastisch ab. Es erscheint fast unmöglich Prognosen für die Zukunft zu treffen oder zu planen, was in 3 Monaten sein wird. Hat das, was wir heute planen, morgen noch Bestand? Noch nie habe ich so gut wie jetzt verstanden, warum es heißt „Mach es jetzt“ (und nicht morgen).

Complexity

Komplexität: Wir bewegen uns in einem Umfeld, das manchmal komplexer nicht sein könnte. Ursache und Wirkung werden mehrschichtiger und lassen sich nicht mehr mit einem einfachen Kausalzusammenhang erklären. Und auch der Umgang mit dem Coronavirus – Ja, er ist komplex! Denn in diesem komplexen Umgang tauchen komplexe Fragestellungen auf:

  • Welchen Weg müssen wir einschlagen, um möglichst viele Menschen vor dem Coronavirus zu schützen und gleichzeitig die Vernichtung vieler wirtschaftlicher Existenzen zu verhindern?
  • Wie wird sich unsere Gesellschaft verändern?
  • Welche rechtlichen, politischen und wirtschaftlichen Veränderungen bringt die Krise mit sich?
  • Wie lange wird das noch so weitergehen?
  • ...

Ambiguity

Mehrdeutigkeit: Es gibt keine Lösung mehr, die für alle passt, kein Plus oder Minus, sondern vielleicht auch etwas dazwischen. Die aktuelle Situation zeigt uns mehr denn je, dass es unterschiedliche Blickwinkel auf die aktuelle Situation gibt, die sich vielleicht auch nur in Nuancen unterscheiden. Aber eines haben sie alle gemein: Es ist schwierig zu bewerten, was nun richtig oder falsch ist.

 

Corona hat diese VUCA-Welt erlebbar gemacht, mit voller Wucht. Eine Geschwindigkeit mit der von heute auf morgen plötzlich alles anders war – vor ein paar Monaten noch unvorstellbar.


Vielfältige Anforderungen, mit denen wir als Unternehmen plötzlich konfrontiert waren:

  • Stillstand der Wirtschaft,
  • reduzierte Budgets,
  • geschlossene Schulen und Kitas und vor allem
  • gesundheitliche Fragestellungen, die es zu beantworten galt.

 

In diesem Umbruch, in dem wir uns gerade befinden, kann die Kübler-Ross-Change-Kurve ihr volles Potenzial im Erleben entfalten. Entwickelt, um die verschiedenen emotionalen Stadien innerhalb des Sterbe- und Trauerprozesses abzubilden, beschreibt sie doch die unbewussten Strategien zur Bewältigung extrem schwieriger Situationen. Daher wird sie auch oft genutzt, um persönliche oder gesellschaftliche Reaktionen auf signifikante Veränderungen begreifbar zu machen. (vgl. auch Wikipedia: Elisabeth Kübler-Ross, Stand 08.2020)

 

Kübler-Ross-Change-Kurve

Kübler-Ross-Change-Kurve (© eXXcellent solutions)

 

Zu Beginn der Krise hatten wir einen großen Vorteil!

Und ja, auch wir waren weder als Menschen noch als Unternehmen auf diese neue Situation vorbereitet. Doch tatsächlich hatten wir einen großen Vorteil: unsere schon vor Corona digitalisierte Zusammenarbeit.

Mobile Office war bereits zu Beginn der Pandemie für viele unserer Kollegen:innen schon eine alte Bekannte. Die technische Infrastruktur war vorbereitet und kollaborative Kommunikationstools und Videokommunikation waren kein Problem.

Und jetzt, wo wir größtenteils immer noch alle zu Hause sind, ist das irgendwie auch ganz normal. Vor Corona war immer das ganze Team im Büro und nur wenige Zuhause. Jetzt ist der Großteil des Teams Zuhause und das ergibt ein ganz neues Gefühl der Verbundenheit in der Distanz.

Mit Klarheit und Agilität schafften wir es in kürzester Zeit in einen Modus, neue Entscheidungen zu treffen und Prozesse umzustrukturieren. Vor allem schaffte es unsere Geschäftsführung, uns jede Woche aufs Neue abzuholen und auf den neuesten Stand zu bringen. Und es funktionierte, einfach so. Alle zogen an einem Strang, machten vielleicht auch mal Abstriche für andere und stellten sich mutig dem entgegen, was da kam und auch noch kommen wird.

 

Homeoffice und die neue Life-Balance

 

Und was war da noch, neben VUCA und Mobile Office? Da war plötzlich Zeit, ganz andere Zeit!

  • Kein morgendliches "in Schale werfen" (come as you are, as you like and as you feel comfortable),
  • keine langen Anfahrtswege,
  • kein Stau,
  • keine Geschäftsreisen,
  • keine Versuchung sich von der Kaffeemaschine ablenken zu lassen und kein Flurrauschen.

Ich hätte es nicht geglaubt: Aber es schenkt Zeit! Neue Zeit und eine veränderte Life-Balance.

Zeit, die dabei hilft, fokussierter in der Arbeit zu sein. Aber genauso Zeit, die hilft, den Fokus nach einem Arbeitstag oder in der Mittagspause bewusst wiederzufinden: Beim Laufen im Wald, auf der Yogamatte oder einfach bei digitalem „Wein und Käse“. Und Zeit für eine noch bessere Life-Balance.

Was fehlt? Was fehlt, sind tatsächlich die persönlichen Begegnungsräume im Büro, die Rittersport-Schokolade in der Kaffeeküche und das laute Schnarchen unseres Bürohundes Knödel.

Alles VUCA oder was?

VUCA ist noch stärker zur Realität geworden, das Ungreifbare wurde greifbarer und wir lernen jetzt, am offenen Herzen, Mechanismen zu entwickeln und mit dieser anderen Situation umzugehen. Und ja, das ist bei Weitem nicht einfach, das ist frustrierend, aber gleichzeitig auch bewegend (im wahrsten Sinne des Wortes). Es führt uns vielleicht auch nochmal ganz anders zu uns selbst, zu unseren Mitmenschen, aber auch was es bedeutet im „Hier und Jetzt“ zu leben. Ich bin gespannt, wie wir als Unternehmen und Menschen diesen Weg weitergehen werden, wie sich unsere Arbeitsrealitäten in der Zukunft verändern werden und vor allem auch was – um der Kübler-Ross-Kurve zu folgen – in der Erneuerung (Positives) erhalten bleibt.

 

 

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Über Mara Sharma

Mara Sharma arbeitet als Personalreferentin bei der eXXcellent solutions. Ihre Leidenschaft gehört der Arbeit mit Menschen, dem Blick über den Tellerrand und all dem was dazwischen liegt. Nach dem Masterstudium der Erwachsenenbildung war sie erst in der Organisationsberatung tätig, bis sie ihren Weg in die IT-Branche fand.

Tags: Alle Blogbeiträge, Human Ressources, eXXcellent solutions inside

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