Wer ist Gewinner nach der Krise? Unser Update des Domino-Day der IT

2. November 2020 von Hubert Surrer

Am 27. Januar 2020 meldete das bayerische Gesundheitsministerium den ersten Corona-Fall in Bayern. 2 Monate später der Lockdown, die Börsen haben sich danach erstaunlich schnell erholt. Im Juni haben wir unsere Einschätzung zu Handlungsoptionen in der Krise gegeben und unglaublich viel positives Feedback bekommen.

Jetzt befinden wir uns mitten in der zweiten Welle; der Lockdown "light", seit heute, 2.11.2020,  zeigt den Ernst der Lage. Im Rest von Europa - und auch weltweit - ist die Dynamik noch weiter fortgeschritten. Anders als im März trifft uns die Entwicklung jedoch nicht mehr so unvorbereitet. Wir haben daher unsere Prognosen gegengeprüft und unseren Artikel überarbeitet.

Hat sich unsere Einschätzung bezüglich der Handlungsoptionen bestätigt?

Ja - wir glauben nach wie vor an die Chance, jetzt mit kleinen Schritten Veränderungen vorzubereiten, die nach der Krise einen großen Hebel erzeugen werden.

Das Bild des Domino-Steins, der die richtige Richtung vorgibt, passt noch immer: Suchen Sie ihn und stoßen Sie ihn an. Lesen Sie hier, welche Fragen relevant sind. In unserer mittlerweile vollständigen Reihe, finden Sie Beispiele von Prozessveränderungen und Methoden, die in der Krise Nutzen stiften.

Falls Sie unseren ersten Beitrag verpasst haben: Lesen Sie hier das Update unseres Geschäftsführers Hubert Surrer und seines Co-Autors Benjamin Weinhold, unserem Head of Business Development:

 

Wer ist Gewinner nach der Krise? Der Domino-Day der IT

 

Das JETZT und SPÄTER - was wir vom „Hammer and the Dance - Ansatz” übertragen können

Eine Pandemie verursacht keinen üblichen Geschäftseinbruch – sie geht über Monate, ist ein weltweites Phänomen und es gibt kaum brauchbare Blueprints dafür. Deshalb sind besondere Maßnahmen erforderlich.

Am besten werden die Unternehmen aus der Krise kommen, die in den nächsten Monaten an den richtigen Stellen investieren, statt brutalem Cost-Cutting zu folgen. Die Kunst liegt darin, JETZT Themen mit kleinem Invest zu treiben, um SPÄTER damit durchzustarten.

Im Umgang mit dem Virus scheint die Strategie „The Hammer and the Dance“ von Tomas Pueyo als die Aussichtsreichste: Nach Wochen der Eindämmung mit dem Vorschlaghammer (Ausgangsbeschränkungen) folgte eine Zeit des kontrollierten Umgangs mit dem Virus – der Tanz mit überschaubaren Infektionen. Das hat für die meisten Staaten nach der ersten Welle gut geklappt. Die Welt lernte tanzen:

 

Approximation of Countries along the Hammer and the Dance Phases

1. Chart - Quelle: Approximation of Countries along the Hammer and the Dance Phases (Stand 03.06.2020)

 

In Deutschland folgt seit heute, dem 2.11., noch einmal ein Hammer als Reaktion auf die zweite Welle, denn die Zahlen der neu gemeldeten Fälle steigen täglich.

 

Entwicklung der täglich neu gemeldeten Fallzahlen des Coronavirus

2. Chart - Quelle: statista.com - Entwicklung der täglich neu gemeldeten Fallzahlen des Coronavirus (Stand 27.10.2020)

 

Das 1. Chart hatte den Stand vom 20. April 2020 und zeigt 60% der Weltbevölkerung in den Fängen des Hammers. Das 2. Chart zeigt nun für Deutschland den Beginn der zweiten Welle. 

 

Gartner beschreibt die drei Phasen einer Krise und gibt bestätigte Handlungsempfehlungen:

  1. Triage: Tsunamiartige Überforderung des Gesundheitssystems, schnelle Notwendigkeit zum Handeln – Eindämmung der Gefahr mit dem Hammer, was in vielen Regionen der Welt aktuell zum zweiten Mal geschieht.
  2. Doldrums: Die Ruhe nach dem Erdbeben, Unsicherheit über ein Nachbeben – Leben und Tanzen mit dem Virus. Auch diese Phase wird nach der zweiten Welle wieder einkehren.
  3. Recovery: Der Tanz ist vorüber, Optimismus wächst, Wachstum kann wieder beginnen: Wir alle hatten eine kurzer Zwischenphase zwischen erster und zweiter Welle, die Hoffnung auf einen Impfstoff wächst.

Quelle: „Manage an Economic Downturn in 3 Phases“

 

Eine Analyse der Finanzkrise 2008 zeigt, dass diejenigen Unternehmen das stärkste Wachstum nach der Krise hatten, die in der Krise maßvoll investiert haben.

Die wesentliche Empfehlung in der jetzigen Phase ist:

“Jetzt kleine Investments in Innovationen, gern mal experimentieren & lernen.”

Um die richtigen Stellen für kleine Investments zu identifizieren, stellen Sie sich zwei Fragen:

  1. Wie soll mein Unternehmen aussehen, das aus der Krise hervorgehen wird?
  2. Was ist der Stein, den ich jetzt anstoßen muss, damit alle anderen von alleine in die gewünschte Richtung fallen?

So investiert beispielsweise eine Handelsorganisation in digitale Messen und digitalen Großhandel, ein Riemenhersteller möchte sich auf „Antrieb as a Service“ vorbereiten. Neue Geschäftsmodelle werden ausprobiert und die IT dazu passend gemacht.

 

Ableitungen der richtigen IT-Schritte aus dem angepassten Geschäftsmodell

Aus dem angepassten Geschäftsmodell und den Geschäftszielen lassen sich die notwendigen Prozess- und Organisationsanpassungen ableiten. Die Anpassungen für die IT leiten sich wiederum aus diesem Schritt ab. Top down.

Daher ist es gerade jetzt sehr wichtig, diese Ausrichtung des Unternehmens auf die Geschäftsziele bis zur IT voranzutreiben. Denn die Wertschöpfungskette verläuft bottom up, wie in unserer Grafik beschrieben:

 

Ableitungen der richtigen IT-Schritte aus dem angepassten Geschäftsmodell

Quelle: eXXcellent solutions

 

Das aufgezeigte Vorgehen gilt unabhängig von einer Krise: Jeder gute CEO stellt ständig sein Geschäftsmodell in Frage, entwickelt es weiter, optimiert es und sichert es ab.

 

Die Unterschiede in der Krise liegen in der Gewichtung:

  1. Fokussierung aufs Wesentliche: Jetzt noch konsequenter auf die nächsten wirklich wichtigen Dinge fokussieren, abgeleitet aus der angepassten Strategie.
  2. Die richtigen Steine anstoßen: Clever investieren, mit wenig Budget viel erreichen, z. B. durch Definition eines Minimalumfangs (MVP, Minimum Viable Product) und einer geschickt gewählten weiteren Stufung.
  3. Verschwendungsarm arbeiten: Dosierte Evaluation neuer Chancen durch ein hypothesenbasiertes Vorgehen und schnelle Validierung.

 

Wer übernimmt dabei welche Rolle?

Der CEO definiert die Ausrichtung. Der CIO ist Partner des CEO zur Unterstützung dieser Ziele durch die IT. Wir haben diese Veränderungen in Boom-Zeiten mit CEOs und CIOs begleitet. Wir begleiten Unternehmen auch in Krisen-Zeiten.

Der Unterschied liegt im Vorgehen: Statt des „großen Wurfs“ bauen wir verstärkt Proof-of-Concepts, Minimum Viable Products (MVP) oder technische und prozessuale Evaluierungen – agil und in Scrum-Teams. Wir verstehen nicht nur die Anforderungen unserer Kunden, sondern haben immer den dahinterliegenden Nutzen für ihr Geschäftsmodell im Fokus. Denn den richtigen Stein im IT-Domino zu finden, ist das Geheimnis der Gewinner im Tanz mit der Krise.

 

Lesen Sie passend zum Thema auch folgende Artikel unserer Beitragsreihe:

 

Weitere Informationen

Haben Sie Fragen zum Thema Fokussierung auf die wesentlichen Geschäftsziele?

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Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

emailhubert.surrer@exxcellent.de

email benjamin.weinhold@exxcellent.de

 

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Über Hubert Surrer

Hubert Surrer ist Mitgründer der eXXcellent solutions und aktuell in der Geschäftsführung München als Head of Sales & Marketing aktiv. Er ist seit 25 Jahren im IT-Geschäft. Leitenden Rollen (VP und Account Executive) bei einem großen französischen Systemintegrator gingen der Selbständigkeit voraus. Seine Steckenpferde sind Systemisches Management, IT-Strategie + Change Management.

Tags: Alle Blogbeiträge, Methodik/Vorgehen, Projekte/Lösungen

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