DevOps != Betrieb++ Welches Potenzial steckt in der Verteilung der Aufgaben?

22. März 2021 von Hubert Surrer

DevOps? Schon implementiert? Die Frage ist nicht „ob“ (natürlich!) – auch nicht „wann“ (jetzt!), sondern „warum“ und „wie“? In diesem Artikel beleuchten wir die verteilten Aufgaben des Development & IT-Operations - kurz DevOps - Ansatzes und welche Potentiale dieses Modell aus unserer Sicht freilegen kann.

Zunächst – was ist überhaupt DevOps?

Die publizierten Definitionen (z.B. Atlassian, Level-Up, Microsoft, Wikipedia, Quellen: Stand 03.2021) sind in Nuancen unterschiedlich, aber doch irgendwie ähnlich. Wir fühlen uns wohl mit der Definition „Zusammenarbeitsmodell“. Es ist jedenfalls kein Produkt oder Tool, das man kaufen kann. Es ist nicht reduziert auf Infrastructure as code und es ist eben auch nicht „besserer Betrieb“ (Betrieb++).

 

DevOps das Zusammenarbeitsmodell

© jcomp - freepik.com

 

Warum an DevOps kein Weg mehr vorbei führt – jetzt!

Mit der Digitalisierung im Kontext Industrie 4.0 sehen wir drei Treiber, auf die DevOps entweder eine Antwort oder eine logische Konsequenz ist:

 

DevOpsTreiber

DevOps-Treiber © eXXcellent solutions

 

Connected Services

Globalisierung und Vernetzung haben den alten SOA-Gedanken der Service-Orientierung auf ein völlig neues Level gehoben: Technisch leichtgewichtigere Services (z.B. JSON) sind einfach in der Cloud bereitzustellen – man denke an Staumeldungen, Wetterdaten oder Parkplatz-Belegungen, die dem Anwender Unterstützung im Alltag bieten. Die Anbieter solcher Dienste müssen dafür Prozesse harmonisieren. Die Dienste sind eventuell mit versionierten Schnittstellen zu gestalten und teilweise in großen Mengen (skalierbar), dafür in kleinen Einheiten (Microservices) verfügbar. Mit dem DevOps Zusammenarbeitsmodell sind diese Prozesse effizient durchführbar - dies ist der erste Treiber.

 

Time2Market

Seit der NATO Software Engineering Konferenz in Garmisch 1968 (Quelle: Stand 03.2021) ist das Problem steigender Software-Komplexität und der Wunsch nach mehr Effizienz im Software-Engineering ungebrochen.

Dazu fallen mir viele Ansätze ein, die bereits versucht wurden, so z.B.:

  • SA/SD von Tom DeMarco,
  • ERM von Peter Chen,
  • AD/Cycle von IBM,
  • 4GL-Sprachen,
  • LowCode,
  • NoCode oder
  • Scrum.

Der Stein der Weisen ist noch nicht gefunden. Scrum & Co. ist – richtig angewendet – ein gutes Vorgehen, das kürzere Entwicklungszyklen verwirklicht. Die Frequenz, mit der Software in Betrieb genommen wird, steigt.

Dies ist der zweite Treiber, der uns zwangsläufig dazu bringt, auch über die Optimierung der Betriebsprozesse nachzudenken.

 

Cloudifizierung

Wir meinen damit in erster Linie die Public Cloud (für private Cloud gilt ähnliches). Wer seine Betriebsprozesse an einen externen Cloud-Dienstleister verlagert, kauft sich damit sehr klare Service-Level Agreements ein. Damit wird eine neue sehr scharfe Grenze gezogen zwischen Cloud-Betrieb und Anwendungsbetrieb. Die Grenze zwischen Anwendungsbetrieb und Anwendungsentwicklung ist damit automatisch neu definiert und gibt Anlass zu einer optimierten Definition von Aufgaben.

Eng verknüpft mit dem Anwendungsbetrieb in der Cloud ist natürlich die Microservice-Architektur, die hier ihre volle Stärke ausspielt. Aus der klassischen komponenten-orientierten Architektur wird eine Microservice-Architektur. Bestehende Anwendungen, häufig Monolithen, müssen modernisiert werden. Lauffähige Software-Einheiten werden kleiner, die Prozesse zur Inbetriebnahme verändern sich schon allein deshalb.

 

Und wie geht man’s jetzt an?

Rezepte für erfolgreiche DevOps-Einführungen gibt es genug, z. B. bei Gartner (Quelle: Stand 03.2021):

  • Den Geschäftsnutzen voranstellen
  • Die Organisationsform definieren
  • Die „First Mover“ Applikation richtig auswählen
  • Die richtigen Team-Skills wählen
  • Ziele und Metriken definieren
  • Fokussierung auf Abhängigkeiten
  • Entwicklung der Werkzeugkette
  • Nicht sofort in die Breite gehen

 

Wir teilen das alles – und haben alles selbst in Projekten erlebt. Wir erfinden das Rad hier nicht neu, sondern beleuchten einen Aspekt aus unserer Praxis. Deshalb hier unser:

 

Hot Topic: Wir sehen großes Potenzial in der neuen Aufgabenverteilung

Die Bottom Line der Aufgabenverteilung definiert der Cloud Service-Provider. Die restlichen Aufgaben sind geschickt auf das (ehemalige) Entwicklungs- und Betriebsteam neu zu verteilen. Hier muss ein Um- und Neudenken stattfinden. Oftmals gibt es in der klassischen Aufgabenteilung mehr Abgrenzung als Hilfe und Miteinander. Mindestens gibt es ganz unterschiedliches Domänenwissen. An zwei Beispielen wollen wir das Potenzial zeigen, das durch gemeinsames Know-how freigesetzt wird.

 

Beispiel 1: Monitoring

In einer klassischen Betriebsorganisation kann die Anwendung nur auf technische Sachverhalte hin beobachtet werden, weil der Betriebsmannschaft das Business-Wissen fehlt: Läuft der Speicher voll? Ist der CPU-Verbrauch ungewöhnlich hoch? Ist die Netzlast normal? Wenn das Anwendungswissen der Software-Entwickler hinzukommt, ist Monitoring plötzlich auf einer fachlichen Ebene möglich: Braucht der Algorithmus ungewöhnlich lange, z.B. wegen der Datenkonstellation? Sind fachliche Selbstreparatur-Mechanismen möglich? Die Entwicklungsmannschaft sucht nun von sich aus nach Optimierungen dieser Themen, denn der Betrieb und Support, Tag wie Nacht, fällt in ihre Verantwortung.

Beispiel 2: Infrastruktur

Infrastructure as Code. Mit diesen Werkzeugen hat sich die Verantwortung klar für die Infrastruktur in Richtung der Software-Entwicklung bewegt. Mit der Idee, Infrastruktur genauso mit Code zu modellieren wie die Business-Logik, hat sich das Domänenwissen für den Betrieb dorthin verlagert, wo es effizient genutzt werden kann – nämlich zum Anwendungsentwickler. Außerdem wurde damit ein weiterer Prozessschritt automatisierbar und sorgt somit für Effizienz und Geschwindigkeit.

 

DevOps und CloudOps

DevOps und CloudOps - © eXXcellent solutions

 

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Über Hubert Surrer

Hubert Surrer ist Mitgründer der eXXcellent solutions und aktuell in der Geschäftsführung München als Head of Sales & Marketing aktiv. Er ist seit 25 Jahren im IT-Geschäft. Leitenden Rollen (VP und Account Executive) bei einem großen französischen Systemintegrator gingen der Selbständigkeit voraus. Seine Steckenpferde sind Systemisches Management, IT-Strategie + Change Management.

Tags: Alle Blogbeiträge, Technologien, Methodik/Vorgehen, Projekte/Lösungen

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