Beam me up – Software-Updates ohne Werkstatt

3. August 2020 von Florian Stuhler

Beam me up – naja noch nicht so ganz. Aber Softwareupdates werden jetzt aus der Ferne gesteuert, statt teure Werkstatttermine zu vereinbaren.

Im Leitartikel unserer Serie „Wer ist Gewinner nach der Krise? Der Domino-Day der IT“ sind wir der Frage nachgegangen, wie Unternehmen erfolgreich mit der aktuellen Situation umgehen können.

Zusammengefasst: Am besten werden diejenigen Unternehmen aus der Krise kommen, die in den nächsten Monaten an den richtigen Stellen investieren, statt brutalem Cost-Cutting zu folgen. Die zwei Kernfragen sind: „Wie soll mein Unternehmen aussehen, das aus der Krise hervorgehen wird?“ und „Was ist der Stein, den ich jetzt anstoßen muss, damit alle anderen von allein in die gewünschte Richtung fallen?

Nun folgt auf die Theorie die Praxis. Im letzten Beitrag haben wir gezeigt, wie im Allgemeinen Fahrzeuge, Maschine, Akkus oder andere Geräte mit IoT-Lösungen vernetzt werden können. In diesem Artikel stellen wir vor, wie wir konkret einem Premium-Automobilhersteller geholfen haben, mit Remote-Software-Updates und digitalem Nachverkauf die Attraktivität seiner Fahrzeuge zu steigern und teure Rückrufaktionen zu vermeiden.

 

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Teure Werkstattbesuche reduzieren und mit digitalem After-Sale Kunden begeistern:

Autos sind heute “rollende Computer”. Tesla hat vorgemacht, dass ein wesentliches Erfolgskriterium neuer Fahrzeuge in der Interaktion des Fahrzeugs mit dem Nutzer liegt und die Softwarefunktionen einen immer größeren Stellenwert einnehmen. Spurhaltesysteme, Abstands- und Geschwindigkeitskontrollsysteme, Motorentechnik, Benachrichtigungen an den Fahrzeughalter oder auch die Updates zu Navigations- oder Entertainmentsystemen -  all dies ist Computer-Gesteuert.

Wie aus der Unterhaltungselektronik bereits gewohnt, verkürzen sich Innovationszyklen so stark, dass Software in immer kürzeren Zeiträumen aktualisiert werden muss. Sei es, um neue Funktionen hinzuzufügen oder um kritische Fehler zu beheben. Es ist immer weniger akzeptabel, das Auto für ein Software-Update in eine Werkstatt bringen zu müssen.

Ebenfalls problematisch für den Verkäufer: Für das Software-Update werden teure Plätze in den Werkstätten benötigt, die bezahlt werden müssen - vom Käufer. Dies steigert die Haltungskosten und kann so zu einem No-Sale führen.

Wir haben einen großen Automobilhersteller durch den Aufbau einer hochskalierbaren IT-Plattform befähigt, seine Fahrzeuge und die darin verbauten Steuergeräte aus der Ferne mit Updates zu versorgen. Denn der Käufer erwartet nicht, dass er mit einem hochmodernen Wagen für jedes Update einen Vor-Ort-Termin vereinbaren muss. Hier wird Digitalisierung greifbar und verdirbt nicht den Spaß am neuen Fahrzeug.

 

Die Herausforderung: Jedes Fahrzeug ist (fast) ein Unikat

Die Anforderungen in der Automobilindustrie sind komplex. Insbesondere bei Premiumherstellern ist jedes Fahrzeug fast schon ein Unikat. Wer ein neues Auto kauft, konfiguriert es (fast) bis ins kleinste Detail selbst. Die Variantenvielfalt bietet also hochgradige Individualisierungsmöglichkeiten. Über die Laufzeit ändern sich zudem der Bauzustand durch Austausch von Bauteilen bzw. Neuerungen an Ersatzteilen, die unter Umständen über die Software anders angesteuert werden müssen. Daher sind auch für den Käufer von Gebrauchtwagen die Folgekosten durch Werkstattbesuche wenig transparent und ein nicht kalkulierbarer Unsicherheitsfaktor.

Die Software muss deswegen für jedes Fahrzeug vor einem Update neu und individuell ermittelt werden. Die Berechnungszeiten sind verhältnismäßig lang:  bis zu 30 Sekunden sind möglich. Klingt wenig, aber bei einer Flotte mit mehreren Millionen Fahrzeugen, könnte der reine Rechenaufwand für einen Computer mehrere Monate betragen. Gerade bei gesetzlich vorgeschrieben technischen Aktionen ist daher eine hohe Parallelisierung für die individuelle und zeitnahe Bereitstellung des Updates notwendig. Große Datenmengen müssen übertragen werden. Wechselwirkungen müssen berücksichtigt und individuell berechnet werden.

 

Den richtigen Stein angestoßen: Komplexe Herausforderungen mit hochskalierbaren IT-Systemen gelöst!

Um diese Herausforderungen zu meistern, haben wir eine hochskalierbare IT-Anwendung in der Cloud des Automobilherstellers aufgebaut. Dabei haben wir auch die bestehenden (Legacy-)Systeme des Automobilherstellers neu orchestriert und eingebunden. Die dezentralen Lösungen stehen nun auch in der Cloud zur Verfügung und können mit den Performance- und Lastanforderungen mitskalieren. Mit dieser Lösung werden die Qualität und der Funktionsumfang der Fahrzeuge auch nach der Übergabe an die Kunden laufend verbessert.

Dabei gilt:

Safety first: Die Sicherheit steht im Vordergrund. Das Update muss funktionieren. Ein Fehler ist keine Option.

So ist der Automobilhersteller für die Zukunft gut aufgestellt:

  • Die regelmäßigen Software-Updates sind leichter durchführbar.
  • Der Automobilhersteller bietet dem Kunden besseren Service.
  • Die Haltungskosten für den Kunden verringern sich.
  • Im digitalen After-Sale werden zusätzliche Umsätze generiert.

Der klar erkennbare Nutzen: Die Attraktivität der Fahrzeuge wird über die Lebensdauer deutlich gesteigert:

  • Sicherheitsupdates (technische Aktionen): Werden Fehler in der Software identifiziert, müssen die Fahrzeuge dafür künftig nicht mehr in die Werkstatt, sondern können überall und schnell mit sicherheitskritischen Updates versorgt werden.

  • Always Fresh: Darüber hinaus können neue Funktionen ergänzt werden, zum Beispiel eine intelligentere Arbeitsweise des Regensensors oder verbesserte Algorithmen für Fahrerassistenzsysteme – so bleiben die Fahrzeuge immer auf dem neuesten Stand.

  • Digitaler After-Sale: Für den Hersteller bietet dies die Möglichkeit, mit den Kunden in direktem Kontakt zu bleiben, ihn durch neue Funktionen zu begeistern. Sonderausstattungen wie zum Beispiel eine nicht Serienmäßige Rückfahrkamera können so noch nach der Auslieferung aktiviert werden - bei Bedarf auch nur temporär - beispielsweise für die Zeit einer Anhängernutzung -  und für den Kunden wieder ohne Werkstattaufenthalt.
  • Geringere Haltungskosten: Diese führen in der Kaufphase zu besseren Ergebnissen im Vergleich mit anderen Anbietern.

THE FUTURE IS NOW! Wir machen Ihre Systemlandschaft fit für die Zukunft und schaffen neue Geschäftsfelder – denn nur so gehen Sie als Gewinner aus den Unwegsamkeiten kommender Ereignisse hervor.


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Folgen Sie unserer mehrteiligen Serie zum Thema „Als Gewinner aus der Krise“:

 

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Über den Autor

Florian Stuhler ist Principal-Projektmanager (ACP®, PMP ®) und Bereichsleiter bei der eXXcellent solutions. Er hat erfolgreich große, kritische Projekte verantwortet und berät Kunden aus der Automobilindustrie. In seiner Rolle als Projektmanager hat er zuletzt das IT-System für ein Software-Update aus der Ferne bei einem Automobilhersteller eingeführt.

Tags: Alle Blogbeiträge, Internet of Things, Projekte/Lösungen, Cloud & Microservices

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